Gestern abend hatte ich dieses Gefühl. Die Angst vor dem Alleine sein. Alleine sein mit mir. Eigentlich bin ich dann ja schon zu zweit, aber das war mir in dem Moment so garnicht klar.
Doch kurz zurück. Gestern nachmittag begann meine Zeit mit mir alleine. Ich habe dieses Wochenende, das Wochenende vor Weihnachten keine Kinder und keinen Partner um mich herrum. Meine Freunde wohnen zu weit weg, oder haben wegen Weihnachten so viel um die Ohren. Also Zeit nur für mich.
Ich hätte mich eigentlich freuen können, das erste mal seit Jahren, dass ich nix vorhabe und nur das tun kann was ich möchte. Doch seit dem ich mich mit meinem inneren Kind beschäftige, seitdem stelle ich fest das vieles was ich tu nur einem einzigen Zweck dient: Sich nicht mit mir zu beschäftigen. Nicht in mich zu hören, was mein inneres Kind will. Es wird immer klarer, wenn mein inneres Kind etwas sagt und ich einfach etwas total anderes tue oder einfach es „überrede“, dass dies jetzt nicht das Richtige ist. Oft sind es nur Kleinigkeiten, doch jede Kleinigkeit führt dazu, dass ich nicht so gut vorwärts komme, wie wenn ich sie nicht mache. Es sind die Kleinigkiten die einen noch so lange beschäftigen, weil man sie gerade nicht getan hat oder halt etwas anderes getan hat. Es sind die Dinge die wir im Gedächtnis behalten und uns immer überlegen, was wäre gewesen, wenn wir das anders gemacht hätten. Wenn wir den Mut gehabt hätten den Mann unserer Träume wenigstens anzusprechen. Zum Vortanzen zu gehen oder einfach laut loszulachen. Ich merke das mittlerweile an den vielen alltäglichen Dingen die ich tu. Zb. Wenn ich an etwas vorbeilaufe das auf dem Boden liegt, sagt mein inneres Kind: „Heb es auf!“. Ich laufe dennoch vorbei. Wenn ich dann das nächste mal vorbei komme und wieder und wieder, ignoriere ich diese Stimme immer mehr. Bis zu dem Zeitpunkt an dem ich wütend werde, weil keiner den Gegenstand aufgehoben hat. Total verrückt eigentlich, denn ich war doch diejenige die ihn einfach hätte aufheben können, als ich vorbei gekommen bin.
Ich will jetzt nicht sagen, dass wir immer alle Sachen unserer Kinder aufheben sollen. Aber manchmal liegt ja einfach nur ein Stück Papier auf dem Boden von dem keiner weiß wo er herkommt.
Gestern abend auf jeden Fall wollte ich diese kleine innere Stimme meines inneren Kindes nicht hören. Doch ich wollte mich auch nicht betrinken um nichts zu spüren, ich überlegte ins Bett zu gehen, doch auch das fand ich nicht gut. Denn eigentlich war mein inneres Kind nie stumm, ich bemerkte nur nicht, dass es mich lenkte. Ich sass also vor dem Fernseher, aß etwas leckeres und ging spät ins Bett. Das war gut so, denn so hatte ich die Möglichkeit mich nochmal mit einer Freundin auszutauschen die mir etwas ganz wundervolles gesagt hat und das war folgendes:
„Ich kann vollkommen verstehen das du Angst davor hast mit so einer wundervollen und großartigen Person alleine zu sein. Eine Person die soviel schafft, die immer großartige Ideen hat und jedem Menschen dem sie begegnet etwas gutes tut. Doch ich sage dir was, wenn du es versuchst wird sie dir nicht böse sein. Sie wird verstehen, dass du einfach normal bist und dadurch auch mal Fehler machst. Sie wird dennoch gerne mit dir Zeit verbringen, so wie sie es immer tut.“
Als ich das gehört hatte, kamen mir die Tränen in die Augen. Tränen des Glücks. Denn ja sie hatte recht. Mein inneres Kind ist wundervoll und einzigartige und egal wie dumm ich mich manchmal anstelle es ist doch immer da und verzeiht mir. Es gibt mir immer wieder eine neue Chance. Es ist wie alle inneren Kinder einzigartig und grandios.
Deswegen, auch wenn ich Angst davor habe Zeit mit ihm zu verbringen so ganz alleine. So kann ich nur von ihm lernen und das beste aus meinem Leben machen und wenn ich auch hinfalle, weil ich nicht zugehört habe, wird es mir dennoch beim nächsten mal wieder helfen.